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Platon, 427
- 347 v. Chr., aus Athen, der größte griechische
Philosoph.
Aus attischem Adel stammend schloß
er sich dem Kreis um Sokrates an;
Reisen nach Ägypten und
Unteritalien, Versuch einer Verwiklichung seiner
staatspolitischen Ideale auf Sizilien;
Gründung einer Schule für
Philosophie in Athen im Hain des Akádemos
(>>Akademie<<).
Seine mit Ausnahme der Apologie
ausschließlich in Dialogform abgefaßten 36
Schriften (sowie ein Dutzend Briefe) sind
vollständig erhalten (auch Unechtes unter seinem
Namen).
Sie lassen sich mit einiger Sicherheit in
drei Gruppen einteilen:
1) Die sokratische Periode,
in der er vor allem die Gedanken seines Lehrers darstellte
und weiterführte, wobei die Dialoge oft mit der
Feststellung des Nichtwissens schließen:
die Apologie
(Verteidigungsrede des Sokrates vor Gericht),
Kriton (Gehorsam gegen die Gesetze),
Laches (Tapferkeit),
Euthyphron (Frömmigkeit)
Protagoras (Lehrbarkeit der Tugend),
Gorgias (gegen die Rhetorik der Sophisten)
und andere.
2) Die mittlere Periode,
gekennzeichnet durch die Einfügung des Dialogs in ein
Rahmengespräch und durch die Vollendung der
dichterischen Form:
Phaidon (Unsterblichkeit der Seele),
Phaidros und Symposion (beide
über den Eros als das Streben nach der Welt der
Ideen),
Politeia (der Idealstaat)
und andere
3)Die Altersperiode, in der
vor allem Probleme der Erkenntnistheorie behandelt werden,
in mehr schulmäßiger Dialogführung:
Parmenides (Sein und Nichtsein),
Theaitetos (Voraussetzung des Wissens),
Sophistes (Probleme der Metaphysik),
Politikos (der philosophisch gebildete Staatsmann),
Philebos (Kritik an der Lustlehre),
Timaios (Wltschöpfungsmythos),
Kritias (Atlantismythos,
unvollendet),
Gesetze (posthum veröffentlicht; der in Richtung auf
die Praxis hin gemilderte Idealstaat).
Platons Stil ist von
großem Formenreichtum und folgt den Gedanken in jeder
Wendung; oft erhebt er sich zu poetischer Ausdrucksweise,
besonders in den Mythen; im Alter, namentlich in den
>>Gesetzen<< verfällt er
einer gewissen Manier durch Umstellung der Worte, Assonanzen
usw.
Eine Rückschau auf
sein Leben und seine
Lehre gibt Platon im 7. Brief.
Von seinen Vorlesungen in
der Akademie ist einiges durch Andeutungen bei Aristoteles
erhalten.
Text:
I. Burnet (Oxon. 21905 -13
Übers.:
F. Schleiermacher (1804 - 10)
O. Apelt (1951 ff.)
R. Rufener (1947 - 60: Frühdialoge, Werke des
Aufstiegs, Meisterdialoge, Staat)
Einzelne Werke:
Kriton: R. Harder (1934, m.
Text)
Phaidon: F. Dirlmeier (Tusculum
2 1959, m. Text)
Symposion: F. Boll (Tusculum
1926)
Staat: A. Horneffer (1955); K.
Vretska (Reclam)
Ion: H. Flashar (Tusculum 1963, m.
Text)
Briefe: E. Howald (1951, m. Text;
H. Weinstock (1954)
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