Solon
Solon, geb. ca. 640 v. Chr.,
athenischer Aristokrat aus dem Geschlecht der Medontiden, dem die alten angestammten Könige Athens angehört hatten.
Er war verarmt, kam als Kaufmann weit in der Welt herum, betätigte sich auch als Dichter;
seine Hauptgattung war die Elegie.
Mit seiner Dichtung griff er in die Politik ein und versuchte, Wege zur Behebung sozialen Elends, Gerechtigkeit und Versöhnung zu zeigen in den schweren inneren Streitigkeiten zwischen Adel und Volk, die nach der drakontischen Gesetzesaufzeichnung nicht beigelegt waren.
Zum Archon gewählt, beseitigte er in seiner Gesetzgebung, > Solonische Verfassung, 594 v. Chr. die Schuldknechtschaft und schuf die Grundlagen für eine neue Wirtschafts- und Sozialordnung.
Den Interessen der Reichen sollte eine > Timokratie,
denen der Armen die > Seisachtheia dienen.
So gab Solon jeder Partei etwas, aber er befriedigte keine.
Die Besitzenden wurden durch die Verluste, die ihnen die Seisachtheia auferlegte, schwer verägert.
Noch enttäuschter waren die Armen; ihnen erschien die Gesetzgebung zu wenig demokratisch.
Solon verteidigte sich gegen die Angriffe in Dichtungen, deren Hauptverse noch erhalten sind.
Schließlich soll er wieder auf Reisen gegangen sein, nachdem er sich hatte versprechen lassen, man werde 10 Jahre seine Gesetze nicht ändern.
Nach seiner Rückkehr lebte er zurückgezogen in Athen;
er starb ca. 561 v. Chr..
Er wurde wegen seiner Leistung zu den > Sieben Weisen gezählt.
Seine Verfassung bestand auch unter Peisistratos weiter
und wurde erst unter > Kleisthenes im radikal demokratischen Sinne geändert.
Quelle: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1976
(Kröners Taschenausgabe: Band 96) Achte, verbesserte und ergänzte Auflage
s. v. Solon