Beim Ausbruch des
Peloponnesischen Krieges (431) begann er sogleich mit der
Abfassung seines Werkes, das die Geschichte dieser
großen Auseinandersetzung, deren Bedeutung Thukydides
sofort erkannte, enthalten sollte.
424 wurde er in das Strategenkollegium gewählt, konnte jedoch den Verlust
der Stadt Amphipolis nicht verhindern und ging für
zwanzig
Jahre in die Verbannung.
Dort setzte er die Sammlung des Materials
für die weitere Darstellung fort.
Nach dem Ende des Krieges kehrte er nach
Athen zurück, wo er vielleicht auch gestorben
ist.
Sein Werk blieb
unvollendet und
erschien nach seinem
Tode in acht Büchern; in den
Ereignissen des Jahres 411 bricht es unvermittelt ab.
Das erste Buch gibt eine allgemeine
Einleitung mit einem Rückblick auf frühere Kriege
in Griechenland und einer Darstellung der
fünfzigjährigen Friedenszeit seit dem Ende der
Perserkriege sowie die Erzählung der Ereignisse vor dem
Ausbruch der Feinseligkeiten von 431.
Mit seinem bei aller Zuneigung zu Athen
(vgl. die Rede des Perikles für die Gefallenen des
ersten Kriegsjahres) erkennbaren Streben nach
Objektivität wurde Thukydides zum Schöpfer der
Geschichtswissenschaft im modernen Sinne; durch die
Erfassung und Deutung des Geschehens aus seinen inneren
Bedingungen und aus den Charakteren der Handelnden
begründete er die pragmatische Geschichtsschreibung.
Sein Stil ist knapp und
strebt nach Abstraktion; in den erzählenden Teilen ist
er schlicht, in den Reden zeigt sich der Einfluß der
zeitgenössischen sophistischen Rhetorik.