Vox-Graeca-Gottingensis
Archilochos (67a Diehl - 128 West)
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Sei getrost, mein Herz, in deinen rettungslosen |
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Leiden! auf! ermanne dich, und dringe vorwärts |
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In die Speere deiner Feinde, die den Tod dir |
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Dräuen. Nur der Muth giebt Sicherheit! doch siegst du, |
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O so hemme deiner Freude wildes Jauchzen! |
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Siegen deine Feinde, laß du dann von deinem |
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Jammer dich nicht, kraftloswinselnd, niederschlagen! |
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Nur dich deßen stets zu freuen, was der Freude |
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Werth ist, strebe du, und dich im Unglük durch der |
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Menschen immer wandelbares Loos zu trösten! |
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Herz, o Herz, von ungefügen Kümmernissen schwer gebeugt, |
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Auf, und jenen, die dich hassen, wirf entgegen kühndie Brust |
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Und auf deiner Feinde Lanzen schreite selbstvertrauend zu! |
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Aber, wenn du Sieg errungen, jauchze laut nicht vor der Welt, |
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Noch zu Hause schmerzgebrochen jammre, wenn du unterlagst, |
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Sondern freue dich im Glücke, gräme dich im Mißgeschick |
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Nicht zu sehr und sei des Wandels, der die Welt beherrscht, gedenk. |
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Herz, mein Herz, von ausweglosen Sorgen aufgewühlt: |
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Auf, wirf deinen Feinden entgegen die Brust, |
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wehre dich! In Erwartung der Gegner tritt nah heran. |
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ohne Wanken! und weder, wenn du siegst, frohlocke laut, |
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noch wenn du besiegt wirst, jammere, im Haus dich hinwerfend, |
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sondern über das Erfreuliche freue dich und über das Schlimme klage |
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nicht zu sehr. Erkenne, was für ein Rhythmus die Menschen hält. |
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