Alkaios

Alkaios

Alkaios, (* ca. 620 v. Chr – + Todesdatum nicht bekannt)

Angehöriger einer alten Adelsfamilie aus Mytilene auf der Insel Lesbos.

Er war neben > Sappho – die etwa zur gleichen Zeit lebte – der bedeutendste Lyriker im aiolischen Sprachraum.

In seiner Dichtung ist sein Leben nachvollziehbar, in dem er sich auf der Seite des Adels erfolglos im Widerstand gegen den demos betätigte.

Um 600 v. Chr. gab es auf Lesbos Kämpfe zwischen den Adelsfamilien. Aus diesen Kämpfen gingen Melanchrus (612 – 609 v. Chr.) und Myrsilos als Tyrannen hervor. Die Brüder des Alkaios beseitigten beide.

Der demos wählte in den Wirren > Pittakos zum Aisymneten (Schiedsrichter), den Alkaios und seine Familie auch bekämpfte.

Deshalb mußte Alkaios zeitweise die Insel verlassen. Er floh nach Ägypten. Sein Bruder verdingte sich als Söldner bei Nebukadnezar, dem König von Babylon. Später versöhnte sich Alkaios mit Pittakos und kehrte nach Lesbos zurück.

Sein Werk:

Lyrische Lieder, in zwei oder vierzeilige Strophen, in vielen verschiedenen Versmaßen geschrieben. Es handelt sich um Liebeslieder, Trinklieder und Hymnen.

Früher kannten wir das Werk nur aus Zitaten späterer Autoren der Antike.

Durch die Entzifferung ägyptischer Papyri im 20. Jahrhundert kennen wir mehr von seinen Gedichten.

Nachwirken:

Viele Versmaße führte der römische Dichter Horaz in die lateinische Dichtung ein.

E ahmte in seinen Oden auch Themen des Alkaios nach oder variierte sie.

Zur griechischen Lyrik vgl. auch > Archilochos und > Sappho

Quelle: Peter Rehfeld 2000