Anytos

Anytos

Anytos. Wohlhabender Athener (PA 1, 1324), der um 400 in der Politik hervortrat.

409 als Befehlshaber eines nach Pylos gesandten Geschwaders durch Stürme zur Umkehr gezwungen, wurde er angeklagt, aber freigesprochen (Diod. 13, 64, 6); daß er das durch Bestechung erreicht habe, ist eine spätere Erfindung.

403 maßgeblich am Sturz der Dreißig beteiligt (Xen. hell. 2, 3, 42. 44), war er dann 403/02 bis 397/96 Stratege.

Mit Sokrates stand er zunächst vielleicht in Kontakt, jedenfalls tritt er im Dialog Menon auf.

Entsprechend den seit 403 herrschenden restaurativen und >>staatserhaltenden<< Tendenzen wurde er jedoch 399 zu dessen Hauptankläger (Plat. apol. 18b. 29c. 30b. 31a). Daß Anytos 384 Archon war, widerlegt Legenden, daß er nach Sokrates´ Tod ein trauriges Ende durch Volkswut gefunden habe Fr. Kie. Vgl. weitere Ankläger des Sokrates > Lykon und > Meletos

A. Menzel Hellenika, 1938, 42ff. (=SB Wien 145/2, 1902).
Quelle: Der Kleine Pauly, hg. Konrad Ziegler und Walther Sontheimer, München (dtv) 1979, s.v. Anytos