Archilochos

Archilochos

Archilochos (1 Diehl – 1 West)
Kriegsmann und Dichter

Dienstbar bin ich dem Herrscher, dem Enyalischen Kriegsgott,
Aber des Musengeschenks walt’ ich, des holden, zugleich.

Emanuel Geibel 1815 – 1884

Archilochos


Sei getrost, mein Herz, in deinen rettungslosen

Leiden! auf! ermanne dich, und dringe vorwärts

In die Speere deiner Feinde, die den Tod dir

Dräuen. Nur der Muth giebt Sicherheit! doch siegst du,

O so hemme deiner Freude wildes Jauchzen!

Siegen deine Feinde, laß du dann von deinem

Jammer dich nicht, kraftloswinselnd, niederschlagen!

Nur dich deßen stets zu freuen, was der Freude

Werth ist, strebe du, und dich im Unglük durch der

Menschen immer wandelbares Loos zu trösten!

Christian zu Stolberg

Ermutigung

Herz, o Herz, von ungefügen Kümmernissen schwer gebeugt,

Auf, und jenen, die dich hassen, wirf entgegen kühndie Brust

Und auf deiner Feinde Lanzen schreite selbstvertrauend zu!

Aber, wenn du Sieg errungen, jauchze laut nicht vor der Welt,

Noch zu Hause schmerzgebrochen jammre, wenn du unterlagst,

Sondern freue dich im Glücke, gräme dich im Mißgeschick

Nicht zu sehr und sei des Wandels, der die Welt beherrscht, gedenk.

Emanuel Geibel 1815 – 1884

Herz, mein Herz, von ausweglosen Sorgen aufgewühlt:

Auf, wirf deinen Feinden entgegen die Brust,

wehre dich! In Erwartung der Gegner tritt nah heran.

ohne Wanken! und weder, wenn du siegst, frohlocke laut,

noch wenn du besiegt wirst, jammere, im Haus dich hinwerfend,

sondern über das Erfreuliche freue dich und über das Schlimme klage

nicht zu sehr. Erkenne, was für ein Rhythmus die Menschen hält.

Kurt Steinmann 1998