Bernstein

Bernstein

Bernstein , griechisch elektron, lateinisch sucinum, germ. (in lat. Schreibung) glesum oder glaesum.

Elektron heißt im Griechischen auch eine Legierung aus Silber und Gold.

Aber die Grundbedeutung ist Bernstein, da dieser schon lange vor der Legierung in Griechnland vorkam; von seiner Farbe übertrug man den Namen auf das ähnlich gefärbte Metall.

Die Elektrizität heißt nach der Kraft des mit einem Wollappen geriebenen Bernsteins, der dann kleine Fäden und Spreu anzieht;

> Magnet.

sucinum ist ein nordisches Wort für Harz mit Angleichung an lat. sucus (?).

glesum, das älteste deutsche Wort im Lateinischen, heißt Baumharz; das Wort wurde dann von den Germanen auf das ihnen bisher unbekannte Glas übertragen.

Man wußte also, Bernstein sei Harz;

das Volk aber hielt ihn für einen Stein, den man anbrennen könne;

Verbrennen von Bernstein in Zimmern diente als Parfüm.

Bernstein war im 2. Jahrhundert v. Chr. in Kreta selten, in Mykenai häufig.

Von der Ostsee wurde Bernstein im ganzen Altertum nach dem Süden eingeführt; die Haupthandelsstraße mündete in Aquileia bei Triest ( > Handelswege).

Wichtige Notizen über den Bernstein bei

Tacitus, Germania 45 und

Plinius naturalis historiae XXXVII, 30 – 51.

Tacitus weiß durchaus, daß es Harz ist; die Germanen wunderten sich über den hohen, ihnen von den Römern dafür gezahlten Preis; man kannte auch Stücke mit einem eingeschlossenen Insekt.

Quelle: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1976

(Kröners Taschenausgabe: Band 96) Achte, verbesserte und ergänzte Auflage