Eulen nach Athen tragen

Eulen nach Athen tragen

griechisch glaúkas Athénaze (Aristophanes, Vögel 301)

oder

glauk’ eis Athenas (Lukian, Nigrinos 1);

sprichwörtlich zur Bezeichnung von etwas Überflüssigem, erklärt man meist aus der Häufigkeit der Eule in Athen, des heiligen Vogels der Athena.

In Wirklichkeit bezieht sich das Sprichwort wohl auf die athenischen Geldstücke, die wegen des Münzbildes einer Eule im Volksmunde den Namen “Eulen” führten (ähnlich wie die aiginetischen Münzen kurz “Schildkröten”, die korinthischen “Fohlen” genannt wurden);

denn von diesen aus den reichen Silberschätzen des attischen Lauriongebirges geprägten “Eulen” waren im Staatsschatz so viele vorhanden, daß die Bürger keine Steuern zu zahlen brauchten und eine Zeitlang sogar jährlich die Überschüsse verteilt werden konnten. –

Ähnlich das lateinische lignam in silvam (ferre) “Holz in den Wald tragen” (Horaz, Satiren I, 10, 34).

Quelle: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1976

(Kröners Taschenausgabe: Band 96) Achte, verbesserte und ergänzte Auflage