Herodot

Herodot

Herodot, etwa 485 – 425 v. Chr., aus Halikarnassos, griechischer Historiker, der >>Vater der Geschichte<< ; in Athen wurde er Sophokles´ und Perikles´ Freund; 444/43 beteiligte er sich an der Gründung der panhellenischen Kolonie Thurioi in Süditalien. Sein Werk (später in 9 Bücher geteilt, die nach den Musen benannt wurden) umfaßt die Zeit vom Trojanischen Krieg bis zu Xerxes´ Zug gegen Griechenland (Schlacht bei Mykale 479); es ist wohl unvollendet. Die geschichtlichen Ereignisse stellt er als Phasen des tiefeingewurzelten Gegensatzes zwischen Europa und Asien dar. Eingeschaltet sind mehrfach lange ethnographische Exkurse über Ägypten, Phönizien, Mesopotamien und Skythien, wenn die Ausbreitung des Großpersischen Reiches Gelegenheit bot, von diesen Völkern zu berichten; das Material dazu beschaffte er sich durch ausgedehnte Reisen in diese Länder. Unter seinen sonstigen Quellen steht Hekataios an erster Stelle. Die in behaglicher Breite voranschreitende Erzählung wird von zahlreichen Novellen unterbrochen, die in der Weltliteratur weit nachgewirkt haben. Neben der Freude am Fabulieren steht die Kritik am überkommenen Material. Das neidvolle Wirken der Götter ist ein durchgehender Zug seiner Schilderung. Sein Stil wechselt je nach dem Zusammenhang vom einfach Volkstümlichen bis zum feierlich Sententiösen. Sein im ganzen jonischer Dialekt ist mit homerischen und attischen Entlehnungen durchsetzt. Text: C. Hude (Oxon. 21927 Übers.: Fr. Lange (1810 - 13) A. Horneffer (1910) Th. Braun (1927) Quelle: Tusculum Lexikon griechischer und lateinischer Autoren des Altertums und des Mittelalters völlig neu bearbeutet von Wolfgang Buchwald, Armin Hohlweg und Otto Prinz handbuch rororo, Reinbek 1974