Musen

Musen

Musen, griechisch Musai, lateinisch Musae,

Neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne (“Erinnerung”), sie werden angesehen als Göttinnen für Literatur, Musik, Tanz und in späterer Zeit für jede Art von geistiger Tätigkeit.

Schon in Homers Ilias (I 601 – 604) wird über die Musen im Zusammenspiel mit Apollon und ihre Funktion bei den Feiern der Götter berichtet:

601

Also den ganzen Tag bis spät zur sinkenden Sonne

602

Schmausten sie, und nicht mangelt’ ihr Herz des gemeinsamen Mahles,

603

Nicht des Saitengetöns von der lieblichen Leier Apollons,

604

Noch des Gesangs der Musen mit hold antwortender Stimme.

Hesiod nennt in seiner Theogonie (77 – 79) die Namen der neun Musen. Ob er sie erfunden hat, wissen wir nicht.

Dichter rufen sie an:

So z. B. Homer, Odyssee I, 1:

1

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewandten Mannes,

Und es folgen noch viele dieser Tradition.

In spätrömischer wurden jeder Muse ein bestimmter Tätigkeitsbereich und entsprechende Attribute zugewiesen:

1 Erato

Lyrik

Liebesdichtung

Saiteninstrument in der Hand

2 Euterpe

Flötenspiel

(und von der Flöte begleitete lyrische Dichtung)

Doppelflöte

3 Kalliope

epische Dichtung und Wissenschaft

Schreibtafel oder Buchrolle und Griffel

4 Klio

Geschichtsschreibung

Buchrolle und Griffel oder Bücherkiste

5 Melpomene

Gesang und Tragödie

tragische Maske, Keule mit Kranz und Weinlaub

6 Polyhymnia

Musik und Tanz

Hymnen an die Götter

und später Pantomime

normal ohne Attribut – manchmal mit Buchrolle

7 Terpsichore

(Chor-)Tanz

(und der dazugehörige Gesang)

Lyra und Plektron

8 Thalia

Theater

Komödie

und bukolische Dichtung

komische Maske, Efeukranz und Krummstab

9 Urania

Astronomie

Himmelsglobus und Krummstab
Quelle: Peter Rehfeld 2000