Thales von Milet

Thales

Thales, von Milet kam als Kaufmann weit umher, u. a. nach dem Land uralter Weisheit, Ägypten, und erwarb sich große Kenntnisse auf verschiedenen Gebiten ( > Magnet).

In der Geometrie hießen nach ihm eine Anzahl wohl von ihm gefundener Sätze.

Er lehrte die Bedeutung des kleinem Bären für die Nachtfahrt der Schiffe

und berechnete die Höhe der Pyramiden aus der Länge des Schattens;

vor allem sagte er am 28. Mai 585 v. Chr. eine Sonnenfinsternis voraus.

Auch als geschäftstüchtiger Spekulant und als kluger politischer Ratgeber war Thales tätig.

Seine Erkenntnis teilte er in den Weisheitssprüchen ( > Erkenne dich) mit.

Er wurde unter die Sieben Weisen gerechnet.

Als Philosoph steht in Thales der älteste Vertreter der ionischen Naturphilosophie vor uns:

Als den Stoff, aus dem die Welt bestehe, soll Thales das Wasser (oder die Feuchtigkeit) angesehen haben;

Näheres wußte schon Aristoteles nicht mehr, da die Schriften des Thales schon damals nicht mehr vorhanden waren;

so sind wir auf Vermutungen zu diesen Gedankengängen angewiesen:

Das Wasser als Urstoff lag vielleicht deshalb nahe, weol es sich den Sinnen fest, flüssig und gasförmig als Eis, Wasser oder Dampf zeigt.

Jedenfalls haben wir den ersten Versuch vor uns, die Vielzahl der Erscheinungen auf einen einzigen Urstoff zurückzuführen.

W.: Fragmente der Vorsokratiker, I

L.: Olof Gigon, Der Ursprung der Griechischen Philosophie, 1946

Quelle: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1976

(Kröners Taschenausgabe: Band 96) Achte, verbesserte und ergänzte Auflage

s. v. Thales